Musikalischer Herbst in Aschaffenburg
Kantorei und Rothenburger Chor gemeinsam in der Stadthalle Aschaffenburg

Erneut steht der musikalische Herbst vor der Tür - in diesem Jahr ganz im Zeichen des Reformationsjubiläums. Folgende Veranstaltungen stehen 2017 auf dem Plan:

„wenn Engel lachen… die Liebesgeschichte(n) der Katharina von Bora“ am 22. Oktober um 18 Uhr

Unter diesem Titel bringen Miriam Kuller-Vogt (Sopran) und Peter Kausch (klavier) ein Kammermusical voller Witz und Leidenschaft, temperamentvoll und energiegeladen, auf die Bühne. Wittenberg im Jahr 1524: Die entlaufene Nonne Katharina von Bora hat sich unsterblich verliebt – in den Nürnberger Patrizier Sohn Hieronymus Baumgartner. Mutig bittet sie den bekannten Professor Martin Luther, der Familie ihres angebeteten einen Brief zu schreiben. Und der Reformator erklärt sich auch dazu bereit; wenn Katharina ihrerseits ein gutes Wort für ihn bei ihrer Freundin Aval einlegt. während die beiden im Atelier von Lukas Cranach versuchen, ihr Beziehungsleben in den Griff zu bekommen, droht die Reformation gerade zu scheitern – an machthungrigen Politikern, aufständischen Bauern, schwärmerischen Splittergruppen und übereifrigen Pfarrern...


"Bruder Martin" am 31. Oktober, 17 Uhr

Mit der Aschaffenburger Erstaufführung von „Bruder Martin“ unter der Leitung von Martin Uffermann, das anlässlich des Luther Jubiläums komponiert wurde, wird am 31. Oktober um 17 Uhr in der Stadthalle der Reformationstag begangen. Das Musical vom katholischen Kantor und Komponisten Thomas Gabriel mit Texten vom evangelischen Pfarrer Eugen Eckert, leitet zudem den ökumenischen Theologen-Gipfel mit Domkapitular Dr. Jürgen Vorndran und Oberkirchenrat Michael Martin ein. Erzählt werden in knapp zwei Stunden die entscheidenden Lebensabschnitte des Martin Luther. Das Stück stellt auch den Zwiespalt dar, in dem er steckte: die Reformation befeuerte auch die Bauernkriege, die Idee der friedlichen Veränderung mündete in eine Spirale der Gewalt. das ganze Werk ist ein intellektueller, komprimierter Schlagabtausch zwischen Luther, seinen Unterstützern und seinen Widersachern.


„Martin Luther – vom Augustiner Mönch zum Bildungspapst“ am 05. November, 17 Uhr

Keineswegs trist, geht es am 05. November um 17 Uhr unter dem Motto „Martin Luther – vom Augustiner Mönch zum Bildungspapst" weiter. Martin Luther – ein Mönch. Soweit ist sich die Geschichtsschreibung einig. Auch, dass er dem Augustinerorden angehörte ist unstrittig. doch über seine Tätigkeiten während seiner monastischen Zeit ranken sich Mythen. Provokativ deckt auf, was lange ein Geheimnis war und bringt den wahren Mönch und Musiker sowie seine Mitbrüder und direkten nachfahren zu Tage: ein verrückter und innovativer Musiker! Bildung – ein kernanliegen der Reformation. Martin Luther hat die reformatorische Lehre und Bildung auch mit Liedern und Gesängen zu den Menschen gebracht. Wie würde Luther heute Bildung und Musik zusammenbringen. Ein gewagtes Experiment, das den Körper lachend in Schwingung versetzt. Viele kennen Vokativ aus klassischen Konzerten in ganz Bayern oder von Gottesdiensten mit Fernsehübertragung, in denen sie die Menschen mit a capella-Gesängen begeistern. Aber die Jungs können auch anders! hinter ihrem, wie sie selbst sagen, netten „Schwiegersohn-Image“ verbirgt sich nämlich noch eine ganz andere Seite. eine Seite, die eigentliche ihre Wurzel ist: ihr Spaß an Satire und Kabarett. So wird aus Vokativ provokativ.Erleben sie Rüdiger Glufke, Oliver Günther, Martin Reuter und Sebastian Schreiber - zwei Pfarrer, ein Arzt und ein Lehrer - mit einem Potpourri aus köstlichem Blödsinn und viel Musik, gesungen auf höchstem Niveau.


„Die Wittemberger Nachtigall“ – Martin Luther und die Musik der Reformation am Samstag, 18. November, 20.00 Uhr

Wie schafft man es, in einer Zeit lange vor der Erfindung von Massenmedien neues Gedankengut unter das Volk zu bringen? Ein genialer Einfall der Reformatoren war es, auf allseits bekannte Volkslieder zurückzugreifen. Deren Melodien trug fast jeder auf den Lippen und damit waren sie ein idealer Rahmen für die neuen Texte. Lieder mit solchem Ursprung finden sich noch heute im evangelischen Gesangbuch. Das Aquila-Ensemble, bestehend aus simone Schwank (Sopran), Fan Li (Fidel), Maria Kießig (Blockflöte und Clavisimbalum) und Yoshio Takayanagi (Laute), präsentiert in seinem Reformationsprogramm diese unvergänglichen Melodien unter dem Motto „Die Wittemberger Nachtigall“ – Martin Luther und die Musik der Reformation beim Zonta-Benefizkonzert am Samstag, 18. November um 20.00 Uhr.


"Paulus" von Felix Mendelssohn Bartholdy am 26. November, 17 Uhr

Abgeschlossen wird der diesjährige "Musikalische Herbst" mit einem weiteren Höhepunkt: Unter der Leitung von Christoph Emanuel Seitz wird das Oratorium Paulus von Felix Mendelssohn Bartholdy am 26. November um 17 Uhr in der Stadthalle Aschaffenburg erklingen.
Rund zehn Jahre vor dem Erscheinen des wohl bekanntesten Werkes Mendelssohns, dem Elias, entstand sein erstes großes Oratorium – der Paulus!
Inspiriert von Bach und Händel wünschte Mendelssohn sich von seinem Freund Julius Schubring einen Text aus Bibelworten, sowie die Einbeziehung von Chorälen „aus dem Gesangsbuch… ganz in der Art der Bachschen Passion“. 1834 war der Text fertig, so dass Mendelssohn mit der Komposition beginnen konnte. Er wurde jedoch bis zur geplanten Uraufführung im Frühjahr 1836 nicht fertig. Stattdessen fand sie einige Wochen später zu Pfingsten beim 18. niederrheinischen Musikfest 1836 in Düsseldorf in der Tonhalle statt. Das Oratorium, in zwei Teile gegliedert, beschreibt den Werdegang vom Saulus zum Paulus, wobei der erste Teil seine Verfolgung der Christen (Märtyrertod des Stephanus durch Steinigung) schildert und das Damaskus Erlebnis der Erscheinung Christi. Der zweite Teil erzählt von seiner Arbeit als Missionar und von den damit verbundenen Gefahren.

Neben Christoph Emanuel Seitz musizieren die Aschaffenburger Kantorei, die Kantorei St. Jakob Rothenburg, das Bachcollegium Aschaffenburg und die Solisten Silke Herold-Mändl, Diana Schmid, Aljoscha Lennert und Markus Simon. karten sind erhältlich im vorverkauf bei der Buchhandlung Diekmann, im ökumenischen Kirchenladen, sowie an der Abendkasse. Telefonische Vorbestellungen sind im Pfarramt der Christuskirche (06021/380413) möglich.
Für das Oratorium „Paulus“ läuft der vorverkauf über die Theaterkasse oder unter www.stadttheater-aschaffenburg.de.


Passionsoratorium von Carl Loewe
Wenig bekanntes Werk erklingt in Aschaffenburg

Am Sonntag, 9. April, 17.00 Uhr erklingt das sehr selten aufgeführte Passionsoratorium „Das Sühneopfer des heiligen Bundes“ von Carl Loewe, aus der Zeit der Romantik in der Aschaffenburger Christuskirche.

Carl Löwe, heute hauptsächlich bekannt durch seine Balladen, war zu seiner Zeit ein hochgerühmter Komponist, der aber nach seinem Tod zu Unrecht bald in Vergessenheit geriet. 1796 in Löbejün bei Halle/Saale geboren, erhielt er seine Musikausbildung vornehmlich in Köthen durch Daniel Gottlob Türk, der ihm unter anderem die Musik Bachs und Händels vermittelte. Von 1820-1866 war er in Stettin als Kantor, Städt. Musikdirektor und Gymnasiallehrer tätig. 1869 starb Löwe in Kiel.

Löwes Kunst wurzelt in der mittel-und norddeutschen Kantorentradition, die er in einer für seine Zeit beinahe naiven Art weitertrug, ferner in der Ästhetik der Berliner Liedschule und des Goethe-Umkreises (Zelter und Reichardt). Von den zeitgenössischen Meistern waren es vor allem Beethoven, Meyerbeer und Cherubini, die Einfluß aus sein Schaffen ausübten.

Vom Aufbau den Bach´schen Passionen durchaus ähnlich durch die Erzählung der Passion mittels des Evangelisten und den direkten Reden von Jesus, Pilatus, den hohen Priestern, den Jüngern, den aufgewühlten Chören der Volksmenge, den betrachtenden Arien und den meditativen Choraleinschüben, so ist die Klangsprache doch eine erheblich andere, wenngleich sie die oben beschriebenen Einflüsse nicht leugnet, sondern eben zu einem neuen Ganzen verschmilzt: Ein Werk, welches die Passion Jesu in liedhafter Form schlicht und ergreifend im besten Wortsinn zum Klingen und damit den Hörern nahe bringt.

Die Ausführenden sind: Christina Schmid (Sopran), Barbara Werner (Alt), Thomas Heyer (Tenor), Thomas Gropper (Baß), Bachcollegium Aschaffenburg und die Aschaffenburger Kantorei unter Leitung von Christoph Emanuel Seitz.

Karten sind im Vorverkauf für 23,00 Euro bzw. 19,00 € (ermäßigt) bei der Buchhandlung Diekmann in Aschaffenburg, telefonisch im Pfarramt der Christuskirche unter 06021/380413 oder via Mail unter info@aschaffenburger-kantorei.de zu erhalten. Die Abendkasse öffnet um 16 Uhr.



Jahresprogramm 2017
Abwechslungsreiches Jahrsprogramm

Die Aufführungen des Passionsoratorium "Das Sühnopfer des neuen Bundes" von Carl Loewe im April und PAULUS von Felix Mendelssohn Bartholdy im November, bilden die Höhepunkte des Musikprogramms der Aschaffenburger Kantorei, die im Jahr 2017 Aufführungen auch in Zusammenarbeit mit der Kantorei St. Jakob (Rothenburg ob der Tauber) und dem Choeur Saint Germain aus Paris bestreitet. Weitere Auftritte in Gottesdiensten und die Aufführung des Weihnachtsoratoriums von Bach in der Stadthalle Aschaffenburg runden das Programm ab. Die kompletten Veranstaltungshinweise finden sie unter "Termine".